
Als Hobby und auch, um nebenbei noch etwas Taschengeld zu verdienen, habe ich mich dem Webdesign gewidmet. Dabei habe ich mir bis jetzt alles selber beigebracht. Dank vielen tollen Tutorials aus dem Web, einigen Büchern, Codes von anderen Websites und viel praktischer Anwendung habe ich mir in den letzten Jahren ein recht solides Wissen angeeignet.
Die Techniken im Web verändern sich und es entwicklen sich neue Standards, alte Dinge werden abgeschafft. Doch eigentlich bleibt es ja grundsätzlich immer ziemlich gleich. Aber eben nur grundsätzlich. Deshalb vergessen manche, dass es neuere Dinge gibt und dass man Altes vergessen sollte. So kommen auch die grössten Webdesignsünden zustande.
Vielleicht vor 10 Jahren noch gut und viel benutzt, doch heute sind Frames einfach nicht mehr zeitgemäss. Der Vorteil von Frames liegt auf der Hand: Das Menü muss nicht neu geladen werden und nur ein Teil der Website wird neu geladen. Doch mit Browsercache und den heutigen Verbindungsgeschwindigkeiten ist dieser Faktor eh nicht mehr relevant. Vielmehr gibt es etliche nachteile von Frames. Umso mehr erstaunt es mich, dass solche Techniken immer noch Schülern vermittelt werden. So lernen Schülerinnen und Schüler an der ETH Zürich, Webseiten zu erstellen, da es zum Unterricht gehört. Meine Cousine durfte diesen Unterricht auch besuchen und zeigte mir ihre Homepage - und siehe da: sie ist mit Frames aufgebaut.
Nur schon aufgrund der Suchmaschinenunfreundlichkeit gehören Frames verboten. Von Benutzerfreundlichkeit ganz zu schweigen! Frames machen es dem Benutzer möglich, gute Seiten nicht mit anderen Benutzern zu teilen, denn wenn man einen Link versenden will, sendet man entweder einfach den Link der Hauptseite oder nur eines Frames - d.h. das Menü würde fehlen. Die Anwendung von diesen Framesets sieht man unter anderem auch noch bei der Webseite meiner Kantonsschule.
Kurzum: Frames sind nicht mehr zeitgemäss und dürfen einfach nicht mehr verwendet werden! Die einzige Ausnahme bilden Musikplayer, die auf der Website einer Band oder eines DJs per Frame eingebunden werden, damit die Musik beim Seitenwechsel nicht unterbrochen wird. In diesem Fall ist es ein Kompromiss, denn Frames sollte man wirklich vermeiden.
Die Farbwahl ist das A und O beim Webdesign. Und doch gibt es immer noch zu viele Webseiten, die eine grässliche Farbwahl verwenden. Der Text einer Webseite sollte einfach und ohne Probleme lesbar sein. Darum sollte man auch nicht eine dunkle Farbe als Hintergrund nehmen und eine nur schwach hellere als Vordergrund. Die beste Wahl ist immer noch Schwarz / Weiss oder ein leicht getöntes Weiss als und eine starke (dunkle) andere Farbe. Hier passt das Stichwort Kontrast. So sollte es zum Beispiel nicht aussehen (vor allem Text «Menupunkt»):
Doch das Design selber sollte nicht aus zu vielen Kontrasten bestehen, denn es sollte auch harmonieren. Deshalb sollte man sich beim Webdesign für einen Farbton entscheiden und diesen durchs ganze Design ziehen. Wählt man zum Beispiel grün, sollte alles auch in diesem Stil aufgebaut sein und nur Farben verwendet werden, die auch zu grün passen.
Beim Screenshot oben sieht man ein Bild, das darstellt, wie man es auf keinen Fall machen sollte. In diesem Design sind die Farben beliebig und ohne
Harmonie zusammengewürfelt.
Farbige Titel, rote Schriftzüge, blau-grün-gelbe Texte mögen für den Ersteller vielleicht auf den ersten Blick witzig sein, doch auf einer Website
sieht das nur lächerlich aus.
Obwohl es bloss an dritter Stelle steht, ist es das Schlimmste, was man machen kann. Dabei gibt es einige Paradebeispiele, die im Web dafür bekannt sind, so schlimm als nur möglich auszusehen. Solche Websites werden heutzutage zum Glück nicht mehr wirklich «ernsthaft» erstellt und verkauft, sondern eher als Beispiel gebracht, wie man es ganz sicher nicht tun sollte. GIF-Animationen sehen nicht nur schlimm aus, sondern verscheuchen früher oder später jeden Besucher.
Wer nun gerne eine solche Website anschauen will, der darf gerne mal auf www.frnz.de gehen und dabei das Risiko von Kopfschmerzen aufgrund der grellen Farben, blinkenden Animationen und schlechtem Hintergrundsound eingehen.
Die besten Beispiele für Websites, die absolut katastrophal aussehen und auch inhaltlich noch meist recht komisch sind, findet man im Hause rasputin.de. Man sollte die Inhalt dort nicht allzu ernst nehmen, man findet jedoch viele Beispiele für Katastrophen in Form von Homepages.
Als man noch mit 65 kBit/s surfen musste, machte die Komprimierung von Bildern Sinn und dazu wurde häufig das Bildformat «GIF» gewählt.
Heutzutage ist das aber echt veraltet und sieht einfach nur lächerlich schlecht aus. GIF ist alte Schule und fürs Web eignen sich JPG und PNG ganz gut.
Wer dann so auch noch eine Bildergalerie macht, hat bereits verloren. Die Bildqualität soll für den anspruchsvollen Surfer gut genug sein und etwas zu bieten
haben, sonst lässt man das mit den Bildern lieber und bringt dafür etwas Text.
Der Text fliegt von links in die Homepage, zersplittert plötzlich und schon fährt das Menü von oben nach unten an seinen Platz, der Newsticker fliesst kontinuierlich
von rechts nach links und wenn man die Maus bewegt, bewegt sich auch gleich etwas auf der Homepage mit.
Ein Intro mag zwar toll sein, man kann endlich mal alle Effekte von Flash ausmerzen, aber für den User bringen sie keinen Mehrwert, ausser dass er auf Skip klicken muss.
Intros sollte man gar nicht erst einbauen. Manche Kunden wünschen von mir aber trotzdem weiterhin einen Intro. Leider ist der Kunde meist doch König...
Und wenn dann doch ein Intro eingebunden wird, dann bitte nichts verrücktes, sondern etwas simples.
Mit bewegenden Objekten sollte man sparen. Ein Hover-Effekt ist ganz in Ordnung (d.h. dass sich z.B. die Farbe eines Menüpunkt ändert, wenn man mit der Maus
darüberfährt), aber mehr muss meistens nicht unbedingt sein.
Marquee sollte verboten werden. Wenn der Text von links nach rechts fliesst, muss der Benutzer immer warten, bis er dann alles lesen kann. Der User will aber die
Informationen sofort und hat wenig Zeit. Deshalb lieber keine solche Animationen einbauen, reduce to minimum.
Vor allem DJs wollen dies gerne haben, dass die Musik gleich einmal startet, wenn man die Website besucht. Solange man dies ohne Probleme wieder ausschalten
kann geht dies eigentlich bei Musikern und DJs auch völlig in Ordnung. Hat die Homepage aber nichts mit Musik zu tun, soll da auch nichts automatisch vor
sich hin dudeln.
Doch nicht nur Musik kann stören, sondern auch Sounds. Wenn man einen Menüpunkt anklickt, soll die neue Seite geladen werden, ein Sound beim Klick ist da
völlig fehl am Platz.
In Zeiten, wo die Internetverbindungen immer schneller werden, macht man sich darüber eigentlich nicht mehr gross Gedanken. Doch sollte man schon nicht zu
grosse Datenmengen produzieren und beim Design auf zu viel unnötigen Schnickschnack verzichten. Der User ist euch für jede Sekunde dankbar, die er nicht warten muss.
Gerade bei Webseiten, die auf Flash basieren, ist dieses Problem schön verbreitet. Man wartet gerne mal etwas länger, bis alle Dinge geladen wurden.
Wann immer möglich sollte man eine Homepage so gestalten, dass sie ohne die Installation weiterer Plugins aufrufbar ist. Vieles kann man heute mit HTML, CSS, PHP
und Javascript realisieren und auf Java-Applets sollte man sowieso verzichten. Als einzige Voraussetzung sollte ein aktueller Browser vorhanden sein, aber keine
weiteren Plugins.
Klar, Flash ist auf praktisch jedem Computer installiert, aber Flash ist veraltet und gehört eigentlich abgeschafft. Neue Technologien wie HTML5 schreien bereits
danach, verwendet zu werden und das immer noch nicht fehlerfreie Flash von Adobe abzuschaffen.
Man mag an diesem Punkt kritisieren, dass dies ja nicht viel mit Webdesign zu tun hat. Es ist etwas Ansichtssache, ob die Strukturierung der Webseite auch zum Webdesign gehört. Auf jeden Fall sind diese Punkte genau so wichtig, wie die vorher genannten Punkte.
Der Besucher kommt auf die Homepage, um sich zu informieren. Die gesuchten Informationen will er so schnell als möglich finden. Dabei verwendet man gerne das
«Drei-Klick-Prinzip»: Der Besucher soll mit max. drei Klicks am Ziel angekommen sein. Wird diese Idee durch das ganze Konzept verfolgt, findet der User die
gewünschten Infos schneller und besser.
Es gibt nichts nervigeres, als eine Homepage, wo man die Dinge nicht findet!
Einer der gravierendsten Fehler beim Erstellen einer Website ist, wenn die Menüführung nicht klar ist und der User irgendwie nicht versteht, wie er denn nun weiter kommt. Dazu habe ich auch ein Beispiel gefunden, wie man es auf keinen Fall machen sollte. Die Homepage meiner ehemaligen Schule verwendet dabei genau eine der schlechtesten Menüführungen, die ich bis anhin gesehen habe. Die Homepage ist unter sek-uzwil.ch zu erreichen.
Anhand dieser kleine Skizze möchte ich euch zeigen, warum die Menüführung schlecht ist:
Warum ist dieses Menü schlecht? Nun, der User muss eigentlich mit jeder neuen Website ein neues Konzept «erlernen». Dieses Konzept hier ist etwas verwirrend, weil man bei einem Klick in einem Menu erwartet, dass eine neue Seite kommt. Stattdessen ändert sich hier aber das Menu 2 (und wen wunderts: das Ganze ist auf Framebasis aufgebaut!). Es kann gut sein, dass der User nicht einmal merkt, dass sich das Menu 2 verändert und denkt, dass die Website ja gar nicht funktioniert.
Nun ja, es geht ja eigentlich auch einfacher:
Wenn man aktuelle, moderne Webtechnik einsetzt, ist dies ohne weiteres so zu realisieren, dass nur ein Menu und nur ein Klick nötig ist. Ein Hovermenu ist zum Beispiel einfach zu realisieren und es geht ganz ohne weitere Plugins (man kann sogar auf JavaScript verzichten).
Auch hier gehört das eigentlich nicht unbedingt zum Webdesign, aber gesagt werden sollte es trotzdem.
Es mag sein, dass man vielleicht an einer Homepage bastelt und es seine Zeit braucht, bis alles ready ist. Etwas vom Schlimmsten, was man machen kann, ist eine halbfertige Homepage online zu stellen und mit «Under Construction» - Banner zu versehen. Besser macht man die Website ganz fertig.
Wer nicht weiss, zu welchem Thema er eine Homepage erstellen will und somit einfach einmal eine private Homepage erstellt, die nur das eigene Ego etwas
in Zentrum stellen will und inhaltlich nichts zu bieten hat, lässt das mit der Homepage besser. Bevor man eine Homepage erstellt, sollte man immer eine
Idee oder ein Konzept haben. Es bringt auch nichts, wenn man beginnt ein eigenes Forum zu eine Thema zu erstellen, das sowieso schon viel zu viele Foren
und Seiten beherbergt. Eine Seite kann nur Erfolg haben, wenn sie dem User einen Mehrwert oder einen Vorteil gegenüber anderen Seiten bietet.
Ich sehe (leider) immer wieder Leute, die verzweifelt versuchen, Homepages zu produzieren, jedoch ohne jegliche Planung, Ideen, sondern einfach um auch mal etwas
zu haben. Lieber sein lassen und dann wieder beginnen, wenn man nicht nur selber von der Idee überzeugt ist.
Popups sind veraltet und stören sehr. Allgemein stört alles, was man zuerst wegklicken muss, bis man mit dem Lesen des Inhaltes beginnen kann. Es gibt dezentere
Formen, wie man zum Beispiel Werbung einbinden kann. Dabei eignen sich (nicht blinkende, nicht zu aufdringliche) Banner, Textlinks (à la Google Ads) viel besser.
Und wenn es schon ein neues Fenster sein muss, dann bitte ein Pop-Under. Ein Pop-Under ist vom Prizip her eigentlich ähnlich wie ein Popup, nur öffnet es sich im
Hintergrund und verdeckt nicht gleich den Inhalt der Seite.
Wenn man für Einstellungen, etc. ein neues Fenster will, eignen sich da Dinge wie Lightbox, etc. um einiges besser. Sie sind angenehmer, geben ein dynamischeres,
flüssigeres Feeling beim Bedienen der Webseite.
Der User wird für eine einzige Website kaum den Browser wechseln. Es macht keinen Sinn, eine Website für einen bestimmten Browser zu optimieren. Grundsätzlich sollte man beachten, dass eine Webseite mit so vielen aktuellen Browsern wie möglich korrekt darstellbar ist. Alte Browser, wie Internet Explorer 5 und 6 sollte man langsam aufhören zu supporten (Google macht dies nun übrigens auch), denn die Benutzer solcher Browser sollten schon lange auf einen sicheren Browser umsteigen. Es gibt genug Alternativen (Mozilla Firefox, Google Chrome, Opera, Safari), die im Gegensatz zum Internet Explorer auch alle Standards einhalten und sicherer sind. Doch sollte man alle aktuellen, beliebten Browser unterstützen, alles andere gibt nur unglückliche Besucher.
Bei den Auflösungen gilt eigentlich dasselbe. Jede Website sollte auch mit Bildschirmen mit einer Auflösung von 1024x768 ohne Probleme darstellbar sein. Am besten sind eigentlich dynamisch Wachsende Websiten, wobei das nicht immer so einfach sein kann und der Text bei breiten Bildschirmen schnell mal nicht mehr gut lesbar ist, wenn man mit den Augen so weite diagonale Strecken zurücklegen muss. Deshalb ist die Sache mit den Auflösungen nicht etwas, wo es die bessere Lösung gibt, es hängt meist auch sehr vom Inhalt und Zweck der Webseite ab.
Es gibt noch viele Dinge, die man aufzählen könnte, wenn man genauer ins Detail geht. Doch irgendwenn trennen sich dann auch die Meinungen. Wenn man diese Punkte jedoch
beachtet, kommt es schon eher mal gut.
Ich wünsche euch also noch frohes Designen! ;-)

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